Erster Akt - Linux Mint auf dem Desktop
Bereits seit längerem nutze ich gelegentlich Linux Mint auf einem ausgedienten Lenovo ThinkCentre, einem so genannten „Tiny“-PC. Dieser ist nicht mehr für Windows 11 geeignet, aber mit vier Kernen und 16 GB Arbeitsspeicher für Linux noch sehr gut brauchbar.
Als Linux-Laie hatte ich keine Probleme Linux Mint zu installieren, die Hardware des Lenovo-Rechners über Linux zu aktualisieren und alle notwendigen Programme zu finden. Für Windows-Umsteiger und Linux-Neulinge eine durchdachte und empfehlenswerte Distribution. Sie läuft problemlos, erinnert ein gutes Stück an Windows und funktioniert auch mit älteren Druckern. In meinem Fall ein OKI B430 - damit kommt Linux Mint auf Anhieb zurecht. Und druckt, druckt, druckt...
Wenn man grundsätzlich ein paar Dinge bei der Nutzung von Computern und Programmen beachtet, dann ist die parallele Nutzung bzw. ein Wechsel auf einen Linux-PC problemlos machbar. Nach einer anfänglichen parallelen Nutzung kann man dann sehr schnell die alten Seile abschneiden.
E-Mail kommt via IMAP, für Kontakte und Kalender gibt es CardDAV bzw. CalDAV. Der Zugriff auf verschiedene Online-Konten ist unter Linux problemlos möglich, auch auf Apple iCloud ist mit einem anwendungsspezifischen Passwort möglich, wie in diesem Blog-Beitrag bzw. Video gezeigt.
Mein Fazit nach einem guten Jahr. Unbedingt machen, es lohnt sich!
Zweiter Akt - ThinkPad als Ersatz für mein MacBook Pro
Die Vorgeschichte
Mein tägliches Arbeitspferd ist ein betagtes Apple MacBook Pro aus dem Jahr 2019 (Quad-Core i5) mit einem 13 Zoll-Retina Display. Diese wird seit der letzten Betriebssystem-Aktualisierung von Apple nur noch mit Sicherheitsupdates, aber nicht mehr mit einem neuen Betriebssystem versorgt. Somit muss ich leider auf die neuesten grafischen Höhepunkte der runden Ecken und die ein oder andere neue Funktionalität verzichten. So ein Rechner entwickelt im Laufe der Jahre seine Eigenheiten und bekommt die ein oder andere Macke. Mit einem Software-Update hat Apple den Fingerabdruck-Sensor deaktiviert (mittlerweile behoben), dazu hängt die linke Umschalt-Taste ab und zu - für einen 10-Finger-Schreiber ein nicht unerhebliches Problem
Dieser Rechner läuft bis auf wenige Programme ausschließlich mit OpenSource-Anwendungen, bzw. Programme die es auch auf anderen Plattformen gibt. Man muss jetzt nicht unbedingt ein Apple-Fanboy sein, aber in Kombination mit einem iPhone/iPad und weiteren Apple-Geräten im familiären Umfeld hat man recht wenig bis gar keinen Probleme. Es läuft einfach, egal ob drahtlose Synchronisation, Datensicherung oder Geräte-Aktualisierung.
Der Test
Neugierig wie ich bin, wollte ich rausfinden, ob ein Lenovo ThinkPad T14 Gen 2 mit Linux als Ersatz für mein MacBook Pro in Frage kommt. Mir stand ein Leihgerät der Gen2 zur Verfügung. Ausreichend Leistung, NVME-Festplatte samt zweiter SSD, alles in allem eine solide Ausstattung, die etwas über der des MacBook Pro ist. Installieren wir also Ubuntu Linux drauf, denn bei dieser Distribution gibt es weitreichende Hardware-Unterstützung für Lenovo ThinkPads.
Über Ubuntu muss man nicht viel schreiben. Die Distribution macht das, was sie soll. Stück für Stück wurden Programme installiert, Konten verbunden und die Dinge erledigt, die man eben so mit einem Computer erledigt. Eine tägliche Nutzung ist mit dem Laptop und Ubuntu problemlos möglich, aber...
Ein Test ist dafür da, die Dinge rauszufinden, die man rausfinden möchte.
...nicht meins!
Die Liste:
- Das Display. Wer ein Retina-Display gewohnt ist, dem kommt ein Bildschirm mit FHD-Auflösung und 1980x1020 Pixel, wie ein Schritt in die Steinzeit vor.
- Das TouchPad. Klein, träge, ungewohnt. Kein Vergleich. Über den roten Punkt in der Tastatur reden wir nicht.
- Die Lautsprecher. Ein klangliches Armutszeugnis im Vergleich zu den Lautsprechern im MacBook Pro. Klar, wer im Büro mit de T14 sitzt hat Kopfhörer auf, aber ich sitze mal hier mal dort - oft mit Ton und ohne Kopfhörer.
- Die Akkulaufzeit. In Ordnung. Ein direkter Vergleich oder Langzeittest fand nicht statt. Während der normalen Nutzung keine Einschränkungen.
- Der Lüfter. Lüftet. Ab und zu, dann recht laut, aber im normalen Bereich.
- Die Tastatur. Sehr gut. Tolles Schreibgefühl und guter Anschlag.
Mein Fazit
Ich war bereit, ich wollte, aber ich werde nicht auf ein älteres ThinkPad T14 mit FHD-Auflösung und Linux als mein tägliches Arbeitsgerät umsteigen. Vor allem die ersten drei Punkte der obigen Liste sind absolute Ausschlusskriterien.
Jedem Leser muss klar sein, dass man für ordentliches Geld in der heutigen Zeit diverse Linux-taugliche Notebooks kaufen kann, welche die obigen Punkte vollumfänglich erfüllen. Ich konnte diese Geräte (bspw. von Tuxedo) allerdings weder testen, noch anschauen. Am Ende bleibt die Frage, ob man für einen vergleichbaren finanziellen Aufwand „sich das antun sollte“?
Dritter Akt - Distro-Wechsel bis der Arzt kommt
Wenn man sich einen Wechsel auf Linux überlegt, dann stellt sich recht schnell die Frage nach einer Distribution und einer Desktop-Umgebung. Es wurde bereits über Linux Mint und Ubuntu gesprochen.
Auf der Suche nach einer geeigneten Distribution für den Desktop-Rechner hatte ich zunächst Fedora ausprobiert.
I use Arch, by the way!
Ich nicht. Arch Linux ist mir zu technisch, oder überfordert mich und auch Cachy OS, ein Arch-Derivat, lief nicht wirklich rund. Den Comisc-Desktop fand ich ganz nett, aber ich habe mir damit schwer getan. Meine Linux-Fähigkeiten und der damit verbundene Zeitaufwand stehen in keinem gesunden Verhältnis zum Nutzen.
Da ich gerne aktuelle Software einsetze, bin ich aktuell dabei openSUSE Tumbleweed mit GNOME-Desktop zu nutzen.