Texteditoren sind nicht nur das am wenigsten beachtete Programm auf jedem Computer, sondern auch das am meisten unterschätze Programm. Egal auf welchem Betriebssystem, egal in welcher Version des Betriebssystems, es wird immer mindestens ein Texteditor installiert. Mit diesem kann der Benutzer ohne Schnörkel einfache Aufgaben erledigen - auch wenn er keine Aufgaben erledigen muss, oder möchte.
Unter Linux wäre das bspw. Nano, auf dem Mac heißt der mitgelieferte Kandidat TextEdit und auf dem Windows-Rechner nennt sich das Programm Notepad. Ersteres wird unter Linux meist aus dem Terminal gestartet, während die anderen beiden Programme eine grafische Benutzeroberfläche mit Menüs bieten. Während der Funktionsumfang der Windows-Variante recht bescheiden ist, Punkte der Mac-Vertreter direkt mit einem umfangreichen Funktionsumfang und verschiedenen Dateiformaten.
Aber wollten wir nicht nur einen einfachen Texteditor?!
Jein, nicht wenn man ab und zu oder regelmäßig spaltenbasierte Dateien bearbeiten muss. In meinem Fall meist Koordinatendateien, in denen einzelne Spalten gelöscht, umsortiert oder manipuliert werden müssen. Bei mehren Dutzend bis hunderten Zeilen, mündet das bei den oben genannten torinstallierten Programmen schnell in unermüdliche Tipparbeiten und wunde Finger.
Auch Konfigurationsdateien oder Datenbank-Extraktionen lassen sich spaltenbasiert sehr elegant anpassen.
Da ich, wie viele andere auch, im Büro Windows benutzen darf, habe ich in den letzten 20 Jahren unterschiedliche Editoren eingesetzt und deren Vor- und Nachteile kennengelernt. Da war zunächst Boxer Text Editor - Save Time and Boost Productivity - er hielt bezogen auf den Spaltenmodus das, was er versprach. Diese ShareWare wurde irgendwann durch Notepad++ abgelöst - ein (im Sinne von „freie Meinungsäußerung“ und auch im Sinne von „freies Bier“) Quellcode-Editor und Ersatz für Notepad unter Windows.
Doch was nützt einem das freie Bier, wenn man das Glas nicht trinken möchte?!
Vor langer Zeit, auf einer weit entfernten Webseite des Internets wurde Visual Studio Code veröffentlicht. Bis heute der von mir bevorzugte Editor unter Windows. Kleiner Funfact am Rande - zum Drucken von Dateien musste man ein anderes Programm benutzen, den in Visuals Studio Code war keine Druckfunktion eingebaut. Sagte ich bereits, dass in manchen Büros der Drucker der wichtigste Helfer des Menschen ist?!
Der Funktionsumfang und die Tatsache, dass Visual Studio Code, bzw. VSCodium - Free/Libre Open Source Software Binaries of VS Code - auf allen großen Plattformen läuft, macht die Popularität und den Erfolg dieses Editors aus.
Wer bis hier gelesen hat, weiß, dass ein Texteditor nicht nur Funktionsumfang benötigt, sondern auch einen gewissen Nerd-Faktor beinhalten muss. Eigentlich alles, was VS Code / VS Codium bietet!?
Und was ist dann Neovim?!